Eine Aufgabe des Journalismus in Demokratien ist es, Informationen zu verbreiten, die Menschen brauchen, um politische Entscheidungen treffen zu können. Doch inwieweit erwarten Politiker:innen das überhaupt von Journalist:innen? Und wie kommunizieren sie selbst mit Journalist:innen, tragen also dazu bei, dass sie politische Informationen erhalten, die sie an das Publikum weitergeben können? Damit beschäftigte sich der Vortrag von Kristina Beckmann, Leonie Krzistetzko und Dr. Thomas Roessing aus der IJ-Forschungsgruppe der Studie „Journalismus & Demokratie“, den Kristina Beckmann bei der Jahrestagung der Fachgruppe „Kommunikation und Politik“ der DGPuK (Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft) präsentierte.
Die Erkenntnisse der Forschungsgruppe „Journalismus und Demokratie“ zeigen: Die Mehrheit der Politiker:innen in Deutschland erwartet, dass Journalist:innen politische Informationen verbreiten, nämlich 91 Prozent der 668 Befragten. Am wenigsten stimmten Politiker:innen der AfD zu, gefolgt von Parteilosen und Politiker:innen der CDU und CSU. Auch bei der Art zu kommunizieren stechen vor allem AfD-Mitglieder heraus: Sie haben weniger direkte Kontakte mit Journalist:innen und nutzen eher Social Media als Mitglieder anderer Parteien. Die Ergebnisse wurden vom Fachpublikum mit Interesse aufgenommen. Das Sample, das den vorstellten Ergebnissen zugrunde lag, umfasste Politiker:innen auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene. Sie wurden per Zufall ausgewählt und im Frühjahr 2024 online und schriftlich befragt. Weitere Ergebnisse aus der Politikbefragung finden Sie hier.
Bei der Tagung zum Thema „Demokratische Resilienz als Aufgabe für die politische Kommunikation in einer instabilen Welt“, die vom 4. bis zum 6. Februar 2026 an der Universität Hamburg stattfand, stellten Wissenschaftler:innen in 30 Vorträgen und acht Posterpräsentationen aktuelle Erkenntnisse aus ihrer Forschung vor. Zum Auftakt gab die US-amerikanische Professorin Josephine Lukito, mittlerweile tätig an der University of Southern Denmark, in der Keynote mit dem Titel „Right-Wing Extremism: Digital Surrogacy“ Einblicke in strategische Vorgehensweisen rechtsextremer Bewegungen – ein Thema, das nicht nur aufgrund der jüngsten Entwicklungen in den USA derzeit von besonderer Relevanz ist. Organisiert wurde die Tagung von Prof. Dr. Katharina Kleinen-von Königslöw, Prof. Dr. Judith Möller, Prof. Dr. Cornelius Puschmann und Dr. Lisa Merten.
Im Rahmen der Tagung bot das NapoKo (Nachwuchsnetzwerk politische Kommunikation) Wissenschaftler:innen, die sich in der Qualifikationsphase befinden, die Möglichkeit, ihre Forschungsprojekte zu präsentieren und diskutieren – ein Angebot, das Kristina Beckmann vom Institut für Journalistik und drei weitere Promovierende nutzten und dadurch hilfreiche Rückmeldungen erhielten. Organisator:innen des Kolloquiums waren Nico Spreen (HMTM Hannover) und Pamina Syed Ali (Universität Zürich); Respondent:innen waren Prof. Dr. Theresa Gessler (Universität Hamburg) und Dr. Philipp Müller (Universität Mannheim).