Zum Auftakt begrüßte Prof. Christina Elmer, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Journalistik (IJ), die Gäste des Institutstags. Es folgten Grußworte von Prof. Wiebke Möhring, Prorektorin Studium der TU Dortmund, und Dr. Ramona Schröpf, Dekanin der Fakultät Kulturwissenschaften, an die Absolvent:innen und ihre Angehörigen, an aktuelle Studierende sowie an die Mitarbeitenden und Lehrenden des Instituts.
Im Mittelpunkt des Programms stand die Keynote von Prof. Dr. Sascha Pöhlmann, Professor für Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der TU Dortmund. Unter dem Titel „Flyover: Kulturelle Polarisierung in den USA“ beleuchtete er die gesellschaftliche und politische Bedeutung des Begriffs „Flyover“. In der Wendung „flyover country“ bezeichnet der Begriff meist jene Regionen der USA, die zwischen den großen Küstenmetropolen liegen — etwa den Mittleren Westen, Teile der Great Plains oder auch ländliche Gebiete im Süden. Die zugrunde liegende Vorstellung: Menschen aus Städten wie New York, Los Angeles, San Francisco oder Washington, D.C. würden diese Regionen lediglich überfliegen, ohne dort zu landen oder sich näher für sie zu interessieren. Heute steht „Flyover“ daher nicht nur für eine geografische Zuschreibung, sondern auch für kulturelle und politische Spannungen in den USA — insbesondere zwischen urbanen, liberal geprägten Küstenzentren und ländlicheren, konservativeren oder weniger beachteten Regionen im Landesinneren.
Im Anschluss an die Keynote erweiterten Prof. Pöhlmann und Prof. Susanne Fengler, Professorin für internationalen Journalismus am IJ und wissenschaftliche Leiterin des Erich-Brost-Instituts für internationalen Journalismus, die Perspektive auf das Thema. Gemeinsam diskutierten sie internationale Bezüge kultureller Polarisierung und deren Bedeutung für Journalismus und Öffentlichkeit.
Danach standen die Absolvent:innen im Mittelpunkt: Prof. Dr. Wiebke Möhring und Prof. Holger Wormer gratulierten den Bachelor- und Master-Absolvent:innen zu ihren Abschlüssen. Als Zeichen der Anerkennung überreichten sie Rosen sowie Abschlussurkunden an diejenigen, die diese noch nicht per Post erhalten hatten.
Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung des Will-Schaber-Preises, der jährlich vom Alumniverein EX e.V. für herausragende Abschlussarbeiten vergeben wird. Ausgezeichnet wurden Ellen Waldeyer mit dem 1. Platz und Raphael Balke mit dem 3. Platz.
Ellen Waldeyer erhielt den Preis für ihre Arbeit „Transparenz im Journalismus: Inwiefern unterscheiden sich Transparenzmethoden bei jungen Formaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und bei traditionellen öffentlich-rechtlichen Sendungen?“. Die Arbeit untersucht Transparenzmethoden mithilfe einer Inhaltsanalyse und ergänzender Interviews.
Raphael Balke wurde für seine Arbeit „Corona in den Medien: Ein narrativer Podcast über die Qualität der Berichterstattung während der Pandemie“ ausgezeichnet. Für den Podcast sprach er mit Menschen, die sich während der Pandemie vom Journalismus nicht gesehen fühlten, sowie mit Journalist:innen, die damals berichteten und redaktionelle Entscheidungen trafen. Im Zentrum steht die Frage, wie sie heute auf diese Zeit blicken – und was der Journalismus daraus lernen kann.
Der 2. Platz ging an Henning Middeldorf für seine Arbeit „Akteursvielfalt und Selbstreflexion in der Berichterstattung über den Gazakrieg“.
Zum Abschluss verabschiedeten sich die Absolvent:innen mit einem Videobeitrag vom Institut. Das IJ-Team gratuliert allen Absolvent:innen herzlich zu ihren Abschlüssen und wünscht ihnen für ihren weiteren Weg alles Gute und viel Erfolg.
Begleitend zum Institutstag erschien außerdem der „Aufmacher 2026“ mit Neuigkeiten aus dem IJ. Die Broschüre, die auch online abrufbar ist, stellt die diesjährigen Absolvent:innen vor und gibt Einblicke in aktuelle Projekte des Instituts.
Fotos: Leon Kügeler / Institut für Journalistik