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ICA 2022 in Paris: Institut für Journalistik präsentiert seine Forschung

Unter dem Motto „One World, One Network“ findet vom 26.-30. Mai die 72. Jahrestagung der International Communication Association (ICA) in Paris und hybrid statt.

 

In mehreren Beiträgen präsentieren ij-Beschäftigte ihre Forschung:

 

“The Reciprocal Effects of Perceived Errors and Trust in News. A Two-wave Online Panel Study in the Context of the 2021 German Federal Election”

Das Vertrauen in Medien ist eine wichtige Voraussetzung in Demokratien, besonders im Kontext von Wahlen. Jedoch gibt es zu diesem Thema bisher kaum Längsschnittstudien, die potentielle Wechselwirkungen zwischen Vertrauen in Medien und anderen Bewertungen, wie z.B. der wahrgenommenen Qualität, untersuchen.

Jakob Henke, Stefanie Holtrup, Dr. Dennis Steffan und Prof. Dr. Wiebke Möhring vom Institut für Journalistik stellen auf der ICA in einem Vortrag die Ergebnisse einer Zwei-Wellen-Online Befragung (N= 952) im Kontext der deutschen Bundestagswahl 2021 vor. Diese zeigt, dass das Medienvertrauen und die wahrgenommene Fehlerhäufigkeit relativ stabil über einen 8 Wochen Zeitraum bewertet werden.

Zudem haben Medienvertrauen und die wahrgenommene Fehlerhäufigkeit eine wechselseitige Beziehung bei Medien, die die Rezipient:innen selbst nutzen, jedoch nicht bei Bewertungen, die sich auf Medien im Allgemeinen beziehen. Hier hat nur Medienvertrauen einen Effekt. Die Ergebnisse weisen zudem darauf hin, dass für Medien im Allgemeinen Medienskepsis und -zynismus einen größeren Einfluss auf Medienvertrauen als auf Fehlerwahrnehmung haben. Für Medien, die die Rezipient:innen selbst nutzen, beeinflusst deren Mediennutzung sowohl die Vertrauens- als auch die Fehlerbewertungen.

 

„Consenting Without Being Informed: Testing Approaches to Improve Consent Procedures in Online Surveys“

Eva-Maria Csonka und Prof. Dr. Wiebke Möhring vom Institut für Journalistik stellen gemeinsam mit ihren Kolleginnen aus dem FeKoM-Projekt Prof. Dr. Daniela Schlütz und Dr. Arne Freya Zillich (beide Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF) sowie Dr. Elena Link (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover) in einer interaktiven Posterpräsentation eine aktuelle Studie vor zum Informations- und Einwilligungsverhalten bei Online-Umfragen.

In einer experimentellen Eye-Tracking-Studie wurde untersucht, ob und wie Teilnehmende die Studien- und Datenschutzinformationen am Anfang einer Online-Umfrage lesen bzw. bewerten und inwieweit die Art der Präsentation der Informationen sowohl das Informations- als auch das Einwilligungsverhalten zu einer Online-Umfrage beeinflusst. Zu diesem Zweck wurden die Studien- und Datenschutzinformationen den Teilnehmenden so präsentiert, dass sie durch einen Klick auf die einzelnen Gliederungspunkte weiterführende Informationen zum Thema erhalten haben („Akkordeon“). Dabei wurden die einzelnen Gliederungspunkte in der einen Gruppe als Aussagen formuliert (z. B. „Dauer der Datenspeicherung“) und in der anderen als Fragen (z. B. „Wie lange werden meine Daten gespeichert?“). Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Präsentationsform der Studien- und Datenschutzinformationen keinen Einfluss auf die Wahrnehmung, Bewertung oder das Zustimmungsverhalten der Teilnehmenden hat. Zudem wird deutlich, dass die Akkordeon-Variante eine gute Möglichkeit für Online-Umfragen bietet, Informationen in komprimierter Form zu präsentieren und dabei rechtlichen und forschungsethischen Anforderungen gerecht zu werden.

 

"The Different Worlds of Google: A Comparison of Search Results on Conspiracy Theories in 12 Countries"

Gemeinsam mit Dr. Gerret von Nordheim und Prof. Dr. Katharina Kleinen-von Königslöw (beide Universität Hamburg) sowie einem international besetzen Forschungsteam stellt ij-Mitarbeiterin Tina Bettels-Schwabbauer die Ergebnisse einer Studie zur Rolle von Google bei der Verbreitung von Desinformation und Verschwörungstheorien in 12 Ländern vor.  Im Fokus der Untersuchung stand die Frage, welche Art von Ergebnissen Nutzer:innen sehen, wenn sie über Google nach Informationen zu elf populären Verschwörungstheorien suchen. Es wurden 1.259 Google-Suchergebnisse in 12 westlichen und nicht-westlichen Ländern und neun Sprachen untersucht.

Für die meisten Länder konnte ein klarer Zusammenhang zwischen kategorischen Ungleichheiten und ungleichem Zugang zu zuverlässigen Informationen festgestellt werden.  In Ländern, in denen eine Weltsprache gesprochen wird, wie z.B. Englisch (Ghana) oder Portugiesisch (Brasilien), konnte jedoch keine Korrelation zwischen strukturellen, länderspezifischen Faktoren und der Qualität der Suchergebnisse festgestellt werden. In diesem Sinne scheinen strukturell benachteiligte Länder von der Zugehörigkeit zu einer größeren Sprachgemeinschaft zu profitieren.

 

“Subscription-Based Content Platforms for News Media: An Empirical-Quantitative Analysis of Design Options, Market Potential and Regulatory Approaches”

In einer empirisch-quantitativen Studie mit 6.500 Befragten haben Lukas Erbrich und Prof. Dr. Frank Lobigs vom ij gemeinsam mit Dr. Christian Wellbrock (Hamburg Media School) und Jun.-Prof. Dr. Christopher Buschow (Bauhaus-Universität Weimar) mithilfe des Price Sensitivity Meters und der Gabor-Granger-Methode die Kaufbereitschaften, optimale Preispunkte und Umsatzpotentiale für unterschiedliche journalistische Plattformprodukte untersucht, die es in der Realität bisher so noch nicht gibt. Die abgefragten Produkte unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Bündelgröße (regional, überregional, regional und überregional), Medialität (Internetseite, E-Paper, App, Internetseite und E-Paper und App) sowie hinsichtlich ihrer Ausgestaltung (zentral, dezentral). Erste Daten stellt das Forschungsteam auf der ICA in einem Vortrag vor.

 

Global Handbook of Media Accountability

Die ICA-Konferenz dient auch als Anlass für die offizielle Vorstellung des Global Handbook of Media Accountability, das ij-Professorin Susanne Fengler Fengler gemeinsam mit Prof. Dr. Matthias Karmasin und Dr. Tobias Eberwein von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben hat. Das rund 600 Seiten starke Buch ist Ende 2021 bei Routledge erschienen. Das Projektkonsortium, an dem rund 90 Wissenschaftler:innen aus allen Weltregionen beteiligt waren, hat Strukturen der Medien(selbst-)kontrolle, Medienverantwortung und Medientransparenz in 44 Ländern weltweit untersucht. Auf einem gemeinsamen Panel präsentiert Susanne Fengler zusammen mit ihren Herausgeberkollegen sowie Mitgliedern des Advisory Board des Projekts ausgewählte Einblicke in Strukturen der Media Accountability in allen Weltregionen. In einem weiteren Vortrag stellt Fengler gemeinsam mit ij-Mitarbeiter Dominik Speck Ergebnisse des globalen Vergleichs der qualitativen Länderstudien dar und skizziert acht Modelle unterschiedlicher Media-Accountability-Systeme.

 

 

 

Foto: istock.com/pawel.gaul

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