Wissenschaftsjournalismus

"Wissensmacher": Statements in Wort und Bild

Wissenschaftsjournalismus ist nicht gleich Wissenschaftsjournalismus. In der Vortragsreihe "Die Wissensmacher" berichten Redakteure von ihrer täglichen facettenreichen Arbeit im Fachmagazin oder in der Tageszeitung, in den Radionachrichten oder in der Kindersendung. Aber auch Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit oder Ausstellungsmacher kommen zu Wort und stellen neben dem Wissenschaftsjournalismus die Wissenschafts-PR vor. Das gleichnamige Buch "Die Wissensmacher" präsentiert eine Auswahl von 20 Vorträgen in Wort und Bild. Hier ein Schnupperangebot.

Für Buch und Homepage illustrierte Heike Becker jeweils ein Zitat der 20 Wissensmacher, die in dem Buch zu Wort kommen. Dabei hat sie die verschiedenen Facetten im Bild festgehalten: Es geht um journalistische Themen wie Einschaltquote, Zeitdruck, Zielgruppe oder Produktentwicklung, aber auch um Experimente: Was macht ein Hamburger im Kernspintomographen? Die Zeichnerin studierte Wissenschaftsjournalismus an der Universität Dortmund und Design an der Fachhochschule Dortmund.

Übersicht

  • Gedruckte Forschung
    >> Bild
    >> Focus
    >> Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
    >> Süddeutsche Zeitung
    >> ZEIT / Zeit Wissen
  • Gesehene Forschung
    >> Abenteuer Wissen, ZDF
    >> Galileo, ProSieben
    >> Quarks & Co, WDR
    >> Sendung mit der Maus, WDR


Gedruckte Forschung

  • Wissenschaft auf dem Boulevard:
    Bild

    "Eine Boulevardzeitung spielt quasi definitionsgemäß mit den Gefühlen von Menschen, mit Angst ebenso wie mit Hoffnung. Dennoch liegt ein Teil des Problems auf Seiten der Institutionen. Was sich insbesondere in Pressestellen von Universitätskliniken tummelt, ist oft eine Katastrophe."
    Christoph Fischer
  • Wissenschaft im Magazin:
    Focus

    "Eine Besonderheit des Wissenschaftsressorts waren von Anfang an die Listen und Rankings. (…) Die Reihe 'Die 500 besten Ärzte' war maßgeblich am Anfangserfolg beteiligt. (…) Inzwischen kooperieren wir mit medizinischen Fachgesellschaften, viele Ärztekammern erstellen mittlerweile sogar eigene Ärztelisten, ebenso wie Krankenkassen."
    Martin Kunz
  • Wissenschaft wöchentlich:
    Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

    "Von den Lesern gibt es nicht die Vorwürfe, die bei der ZEIT immer zu hören waren. Da kommt einmal pro Woche so ein Brocken und liegt dann wie ein Vorwurf da: Das musst du jetzt alles lesen!"
    Jörg Albrecht
  • Wissenschaft bei einer Tageszeitung:
    Süddeutsche Zeitung
    "Die Tendenz 'Wissenschaft ist wichtig – jedenfalls so lange nichts (per se immer wichtigeres) in der Politik geschieht' ist bei vielen Tageszeitungs- ebenso wie bei Tagesschau-Redakteuren vorhanden."
    Holger Wormer
  • Wissenschaft zwischen Wochenzeitung und Magazin:
    ZEIT und Zeit Wissen

    "Dass es im laufenden Betrieb einer neuen Zeitschrift immer noch zahlreiche Veränderungen gibt, scheint ein Trend bei Verlagen zu sein – auch aufgrund der Erkenntnis, dass selbst von Anfang an komplett durchgestylte Magazine oft doch nicht funktionieren."
    Christoph Drösser

Gehörte Forschung

  • Wissenschaft im Hörfunk:
    Forschung aktuell, Deutschlandradio

    "Gute Autoren können auch in ein Labor gehen, wo mit Fischmutanten gearbeitet wird. Auch das lässt sich im Radio umsetzen. Die Frage ist nur: 'Wie?' (…) So gesehen ist eigentlich kaum ein Thema nicht hörfunktauglich."
    Uli Blumenthal
  • Wissenschaft im Hörfunk:
    Leonardo, WDR5

    "Radio wird nebenbei gehört – in der Küche, im Auto, man konzentriert sich nicht allein darauf. Und wenn man einen Satz nicht gehört hat, kann man im Gegensatz zur Zeitung nicht noch einmal nachlesen. Man muss also extrem reduzieren. Auch das ist wieder eine Diskrepanz zur komplexen Wissenschaft."
    Peter Ehmer

Gesehene Forschung

  • Wissenschaft im öffentlich-rechtlichen Fernsehen:
    Abenteuer Wissen, ZDF

    "Man will auch denjenigen erreichen, der zufällig in einer Werbepause mitten in den Film 'hineingeschneit' oder nach dem Ende eines ganz anderen Programms vorübergehend heimatlos geworden ist und eine neue Bleibe auf unbestimmte Zeit sucht. (…) Das hat Konsequenzen für den inhaltlichen Aufbau und für die Erzählweise eines Films, einer Sendung."
    Christiane Götz-Sobel
  • Wissenschaft im Privatfernsehen:
    Galileo, Pro7

    "Ein Beispiel für eine deutliche Umsetzung dramaturgischer Prinzipien von der Personalisierung und der Heldenreise bis hin zur Musik war ein Beitrag über das Sterben der Deutschen Mark (…) und ihre 'Wiederauferstehung' als Ein-Euro-Münze. Die Hauptperson kann also durchaus ein Objekt sein – in diesem Fall die Mark als eine 52 Jahre alte Dame, die noch etwas erleben will."
    Bernhardt Albrecht
  • Wissenschaft im öffentlich-rechtlichen Fernsehen:
    Quarks & Co, WDR

    "Es ist kein hochwissenschaftliches Experiment, einen Hamburger in einen Kernspintomographen zu setzen. (…) Als Journalist aber hat man die Chance, die Perspektive anders zu setzen und dadurch einen Erkenntnisgewinn zu erzielen. In der Tat ist ein eigenes Experiment dabei hilfreich."
    Ranga Yogeshwar, Thomas Hallet
  • Wissenschaft im Kinderfernsehen:
    Sendung mit der Maus, WDR

    "Natürlich merken wir an der Quote, dass alle Themen, die die Sendung mit der Maus beantwortet hat, auch gerne von anderen wissenschaftlichen und pseudowissenschaftlichen Magazinen beantwortet werden. Dennoch sind viele Kinder der Überzeugung, dass alles bei uns angefangen hat."
    Hilla Stadtbäumer

Schnelle Forschung

  • Wissenschaft bei einer Nachrichtenagentur:
    dpa

    "Wissenschaft ist insofern ein besonders schwieriges Thema bei einer Agentur, weil viele Wissenschaftsthemen mehr Zeit benötigen, als im normalen Agenturrhythmus üblich ist. (…) Vom Zeitproblem abgesehen, fällt es in der Wissenschaft (…) oft leichter, die Substanz des Inhalts zu beurteilen."
    Till Mundzeck
  • Wissenschaft im Internet:
    spektrumdirekt

    "Online ist kostenlos. Dieser Punkt stößt unsereins am bittersten auf, denn jene, die Inhalte erstellen, haben natürlich Kosten. (…) Aber der, der die Zeitung macht, soll das anscheinend aus Freude oder von Dritten gesponsert tun. Das ist eine Diskrepanz, die den Wert der Inhalte zurückgedrängt hat. (…) Wir zumindest werden wohl bei der altmodischen Haltung bleiben, dass der Leser einen Teil der Erstellungskosten tragen sollte – und wenn es nur dazu dient, dass dieser nicht an Einfluss verliert."
    Richard Zinken
  • Wissenschaft im Internet:
    Spiegel Online

    "Als Massenmedium verfolgen wir eher den Anspruch, Themen aufzuschreiben, die viele Leser interessieren und faszinieren (…). Umgekehrt sind wir der wissenschaftlichen Seriosität verpflichtet. Wenn etwa eine Agenturmeldung vom Stil 'Die Ufos sind gelandet' (…) hereinkommt und der Chef vom Dienst halb fragend meint, 'Das ist doch Wissenschaft?', können die Gegenargumente aus der Wissenschaftsredaktion glücklicherweise meist überzeugen."
    Markus Becker

Forschung zum Anfassen

  • Wissenschaft im Museum:
    Deutsche Arbeitsschutzausstellung DASA

    "Computerbildschirme, die vor 15 Jahre die Anziehungspunkte in Ausstellungen waren, sind mittlerweile fast langweilig geworden. Das führt dazu, dass sich gerade junge Menschen wieder gerne mit dem beschäftigen, was man anfassen kann und was man machen kann. Der Trend auf der Tagung des Deutschen Museumsbundes im Jahr 2006 war sogar: NO MULTIMEDIA!"
    Gerhard Kilger
  • Wissenschaft ausgestellt
    Stefan Iglhaut, Ausstellungsmacher (u.a. Einstein-Ausstellung) und Kulturmanager

    "Science Fiction ist eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. (…) Heute spricht man gar gelegentlich von einer 'Enterprise-Generation' von Wissenschaftlern, die mit Star Trek aufgewachsen sind und denen viele der in der 'Science Fiction'-Serie eingeführten Erfindungen zu Leitbildern der eigenen Forschung wurden."
    Stefan Iglhaut

An den Quellen der Forschung

  • Wissenschaft in einer Pressestelle
    Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG

    "Der Erfolg des Communicator-Preises zeigt, dass Potential da ist, um gute Wissenschaftler in Zukunft auf drei Beine zu stellen: Das eine Bein für die Forschung, das andere für die Lehre und das dritte für die Kommunikation mit der allgemeinen Öffentlichkeit. (…) Auch diese Kriterien sollten nachprüfbar sein und etwa bei Berufungen eine Rolle spielen."
    Eva-Maria Streier
  • Wissenschaft in einer Pressestelle:
    Fraunhofer Gesellschaft

    "Man sollte Redaktionen (…) nicht mit schlechten und langweiligen Pressemitteilungen zumüllen, sondern auf Qualität achten. Nach meiner Meinung sind gut gemachte Pressemitteilungen nach wie vor der beste Weg, um Themen in die Redaktionen zu bringen."
    Franz Miller
  • Wissenschaft bei einer internationalen Fachzeitschrift:
    Nature

    "Each year, more than 10,000 manuscripts are submitted for publication, and most are immediately rejected – not because they necessarily include bad science, but because they do not conform to that part of mission which requires the published science to be not only rigorous and careful, but also to represent 'a significant advance in any branch of science'… Many scientists are convinced that one selection criterion is to get 'Nature' in the newspapers. But actually it is not!"
    Alison Abbott
  • Wissenschaft bei einer internationalen Fachzeitschrift:
    Science

    "One of the ways we decide what to cover at 'Science' came up in a news retreat a couple of years ago. (…) One of my colleagues said: 'Well, is it important or is it interesting?' Ideally a story will be both important and interesting. But sometimes we write important stories that are not absolutely at the edge-of-your-seat interesting. And sometimes we write really interesting stories that are not necessarily life altering or earth-shatteringly important."
    Gretchen Vogel

Alle Zitate entstammen dem Buch "Die Wissensmacher".

Alle Zeichnungen: © Heike Becker/Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus

Hinweis:

Alle hier dargestellten Zeichnungen unterliegen dem Copyright! Download und Weiterverwendung sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung durch Prof. Holger Wormer erlaubt.

(Letzte Aktualisierung: 04.04.2011)