Wissenschaftsjournalismus

Forschungsreiseführer Europa: www.science-guide.eu

Die Forschungslandschaft in Europa gleicht einem undurchdringlichen Dickicht: Vielfältige, mitunter vernetzte Strukturen bilden ein komplexes System, in dem sich junge Entdecker - die Forscher von morgen - nicht leicht zurechtfinden. Selig, wer hier auf Erfahrungen und Pfade eines Vorgängers zurückgreifen kann …

… oder womöglich einen Reiseführer im Gepäck hat. Ein klarer Fall für den Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus: Ein Forschungsreiseführer muss her! Also wurde ein solcher im Rahmen eines Lehrforschungsprojektes erstellt. Die dazugehörige Website www.science-guide.eu wurde mit freundlicher und tatkräftiger Unterstützung von den Experten der Fraunhofer-Institute für Medienkommunikation sowie für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen in Sankt Augustin bei Bonn aufgebaut.

Lehrforschungsprojekt Teil I: Exkursion zum EuroScience Open Forum in München, Barcelona und Turin

Den Startschuss für das Projekt "Forschungsreiseführer Europa" bildete eine Exkursion nach München zum EuroScience Open Forum (ESOF) 2006. Bei dieser internationalen Tagung diskutieren Wissenschaftler und Journalisten über aktuelle Forschungsthemen in Europa, von der Gehirnforschung bis zur Kernfusion. Hier waren die Studierenden als Reporter vor der Kamera, hartnäckige Fragensteller und aufmerksame Rechercheure unterwegs, um Wegweisendes aufzutun: Beiträge mit harten Fakten, aber auch lebendigen O-Tönen und Impressionen vom Geschehen auf der Tagung. Dieser Teil des Projekts wurde durch die VolkswagenStiftung unterstützt.

Aus dem Material sind dann Artikel, Audiobeiträge und Filme über Wissenschaftsspezialitäten und Forschungssehenswürdigkeiten in vielen Staaten der Europäischen Union entstanden. Zusammen mit Steckbriefen zur Forschungslandschaft sollen sie zeigen, welche Wissenschaftsbereiche für das jeweilige Land besonders typisch sind. Seit Mitte 2007 sind diese Informationspakete im Reiseführer unter www.science-guide.eu online. Auf dieser Website kann der Nutzer selbst auf Entdeckungsreise durch Europa gehen und sich durch die ausgewählten Forschungsthemen klicken: In Barcelona etwa trifft man Josep Samitier, der an einer elektronischen Nase forscht, während niederländische Physiker dem Laien die mysteriöse String-Theorie erklären.

Das EuroScience Open Forum findet alle zwei Jahre statt. Und so waren angehende (Wissenschafts-)Journalisten des Dortmunder Instituts für Journalistik auch 2008 in Barcelona und 2010 in Turin dabei, um neue Themen und Berichte für den Forschungsreiseführer zu sammeln. Im Jahr 2012 heißt das ESOF-Reiseziel Dublin - über Sponsoren für die Exkursionskosten würden wir uns sehr freuen.

Lehrforschungsprojekt Teil II: Der Reiseführer im Praxistest

Ob der Reiseführer das Dickicht der europäischen Forschungslandschaft ein wenig lichten kann, klärt der zweite Teil des Projekts. Darin erforschen die Studierenden, wie ihre Zielgruppe sich in dem elektronischen Reiseführer zurechtfindet, wo man sich verirrt, wo Texte noch einmal nachgebessert werden sollten und welche Beiträge das meiste Licht in den zugewachsenen Forschungsdschungel bringen.

(Letzte Aktualisierung: 05.04.2011)