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Thorsten Matthies: Das dpa-Projekt RegioData Drucken E-Mail
In den USA ist CAR weit verbreitet. Das 1989 eigens gegründete „National Institute for Computer Assisted Reporting“ (NICAR) bildete bereits mehr als tausend Journalisten in der Recherchetechnik aus. In Deutschland wird man sich erst in jüngster Zeit der Möglichkeiten von CAR bewusst. So startet die Deutsche Presse Agentur (dpa) im Herbst ein neues Angebot, das auf CAR setzt. Thorsten Matthies, Ressortleiter Wirtschaft der dpa, stellte das Projekt RegioData im Seminar vor.

Bei dem dpa-Service RegioData können Agenturkunden individuelle, auf ihre Verbreitungsgebiete zugeschnittene Datenanalysen in Auftrag geben. Die Ergebnisse erhalten sie dann zum Beispiel zusammengefasst in Form von Diagrammen und Infokästen. Welche Geschichte sie daraus machen, überlässt dpa ihren Kunden selbst. Damit will die Presseagentur zum Beispiel regionalen Zeitungen Informationen liefern, die für sie relevante Fragen beantworten, etwa: Warum ist das Wasser in unserer Region teurer als in Nachbarregionen?

Echte Experten mussten her

Doch auch dpa machte die Erfahrung, dass Datenanalysen keine einfache Angelegenheit sind. Bereits vor drei Jahren hatte sich die Presseagentur für Computer Assisted Reporting interessiert. Sie schickte 19 Redakteure zu einer einmaligen CAR-Schulung, damit sie anschließend selbständig Daten analysieren und bewerten konnten. Dabei zeigte sich jedoch, dass eine einzige Schulung nicht ausreicht, um CAR beherrschen zu lernen. So begann die Nachrichtenagentur vor einem Jahr, ein Team aus vier speziell ausgebildeten Journalisten zusammenzustellen. Gleich drei von ihnen nahmen zu Fortbildungszwecken am CAR-Seminar teil. 

Die Diskussion im Seminar machte die Bedeutung statistisch versierter Mitarbeiter für die CAR-Methoden noch deutlicher. Die Diskussion mit Professor Claus Weihs veranlasste Thorsten Matthies zu der Überlegung, eventuell noch einen Statistiker in das Experten-Team von RegioData aufzunehmen. Damit lieferte das Seminar den besten Beweis dafür, wie konstruktiv der Austausch zwischen Wissenschaftlern und Journalisten sein kann.
 
 
Inka Reichert 


Letzte Aktualisierung ( 02.10.2007 )
 
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Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus | Institut für Journalistik | Universität Dortmund