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Brant Houston: Lehrstunde mit einem CAR-Experten |
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Hauptdozent des CAR-Seminars in Dortmund war Brant Houston.
Der Journalistik-Professor aus Missouri flog extra aus den Staaten ein.
Er kennt sich mit Computer Assisted Reporting aus, denn er ist Direktor
der gemeinnützigen Organisation „Investigative Reporters and Editors“ (IRE). Bereits im Jahr 1989 gründete diese Vereinigung gemeinsam mit der Missouri School of Journalism das „National Institute for Computer Assisted Reporting“ (NICAR).
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Foto: U. of Missouri
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Neue Informationen aus einem Wust an Daten
Brant Houston zeigte uns Seminarteilnehmern die Möglichkeiten, aber vor allem auch die Fallen der investigativen Recherchemethode. Er wies den Weg zu riesigen Datenbanken im Internet – jenseits von Suchen mit google.de. Dann mussten wir in die Haut eines Statistikers schlüpfen. Mit Software für Tabellenkalkulation wie Excel und Access wurden die verwirrenden Tabellen nunmehr übersichtlich. Mit einfachen Methoden haben wir dabei gelernt, aus dem riesigen Wust an Daten neue Informationen herausfiltern.
Dabei stießen wir aber auch schnell an unsere Grenzen. Das merkten wir spätestens, als wir unsere erste eigene CAR-Recherche machen sollten. Ich habe gelernt: Datensätze sind nicht immer sauber und haben Lücken. Viele Faktoren beeinflussen die Daten und müssen berücksichtigt werden. Zum Beispiel ist es bei Umfragen wichtig zu beachten, wer genau befragt wurde. Kommt bei einer Umfrage etwa heraus, dass 90 Prozent aller Kinder als erstes Wort „Mama“ sagen, könnte das daran liegen, dass mehr Mütter als Väter befragt wurden.
„CAR ersetzt kein Gespräch mit Menschen“
Erkennen und beachten Journalisten solche Faktoren nicht, können sie auch aus simplen Datenanalysen falsche Schlüsse ziehen. Wir haben erkannt, dass die Gefahr, Daten fehlerhaft zu analysieren oder die Ergebnisse falsch zu interpretieren, sehr groß ist. Und wir haben auch erkannt, dass wir nach dieser einen Woche Training die CAR-Recherche noch lange nicht richtig beherrschen.
Doch auch CAR-Experten sollten sich nicht auf sich allein verlassen. Brant Houston betonte, dass CAR nur zusammen mit der üblichen Recherche funktioniere: „CAR ersetzt keine Gespräche mit Menschen, die sich mit der Geschichte auskennen.“ Journalisten müssen die Zahlen und Daten immer in ihrem Umfeld und mit ihrem Hintergrund sehen, um sie richtig deuten zu können. Frei übersetzt fasste Brant Houston seine Warnung so zusammen: „Als Journalist kann man mal daneben liegen. Als Journalist mit CAR-Recherche kann man so richtig fies daneben liegen.“
Inka Reichert
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Letzte Aktualisierung ( 22.11.2007 )
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