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CAR-Seminar: Trifft ein Journalist eine Datenbank… Drucken E-Mail
 
Das  Kürzel ist schnell aufgelöst: CAR steht für Computer Assisted Reporting. Der Ausdruck bezeichnet eine Recherchemethode, bei der Journalisten Datenbanken aus Internetquellen auswerten. Mit Glück - und Verstand - lassen sich dadurch preisverdächtige Exklusivgeschichten veröffentlichen. Um genau diesen „Sachverstand“ ging es in dem einwöchigen Blockseminar am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus. „Kollege Internet und Computer Assisted Reporting – wie man Rechner als neue Themen- und Recherchefundgrube nutzt“ lautete der Titel der Veranstaltung, die vom 2. bis zum 6. Juli 2007 im Erich-Brost-Haus stattfand.
Das Seminar thematisierte Vorzüge und Chancen, aber auch Schwierigkeiten und Fallen der Recherchetechnik CAR. Die Dozenten waren interdisziplinär vertreten: Der amerikanische Journalistik-Professor Brant Houston trat als CAR-Experte auf, Professor Claus Weihs repräsentierte den Fachbereich Statistik der Universität Dortmund und Thorsten Matthies stellte einen neuen Datenservice der Nachrichtenagentur dpa vor. Auch die Teilnehmer brachten unterschiedliche Erfahrungen ein: Neben Dortmunder Journalistik-Studenten nahmen auch Studierende des Studiengangs Wissenschaftsjournalismus (z.T. mit Zweitfach Statistik) und professionelle Journalisten dabei.
 
Erfahrungsbericht einer Studentin 

Einblicke in das Seminar bietet der vierteilige Erfahrungsbericht von Inka Reichert. Sie nahm als Studentin des Wissenschaftsjournalismus an der Veranstaltung teil. Ihr Urteil: „Ich habe jetzt keine Angst mehr vor endlos langen Zahlenkolonnen, aber immer noch Respekt. Und für eine sachgerechte Interpretation ist das auch gut so.“


>> Brant Houston: Lehrstunde mit einem CAR-Experten

>> Claus Weihs: Mahnungen eines Statistikers

>> Thorsten Matthies: Das dpa-Projekt RegioData

>> Feedback: Eindrücke der Teilnehmer 

 
Lehrstuhl fördet investigative Recherche 
 
Die Methode CAR ist in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Der Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus fördert die Entwicklung dieser Recherchemethode, vor allem durch das Zweitfach Statistik und Datenanalyse im Bachelor- und Master-Studiengang Wissenschaftsjournalismus. In den USA hingegen ist CAR bereits weit verbreitet. Und so geht seit Ende der Achtziger jedes Jahr mindestens ein Pulitzer Preis an eine durch CAR aufgedeckte Geschichte. Im Jahr 1989 etwa erhielt Bill Dedman von The Atlanta Journal / The Atlanta Constitution den Pulitzer Preis für investigativen Journalismus. Der Journalist hatte mit der Serie „The Color of Money“ die Rassendiskriminierung durch die Kreditanstalten seiner Heimatstadt enthüllt. Bei solch viel versprechenden Ergebnissen war es Zeit, dass CAR nach Dortmund kommt.
 
 
Literatur: >> Holger Wormer: Figures, statistics and the journalist 
 
Journalisten pflegen ein merkwürdiges Verhältnis zur Statistik. Sie lieben Umfragen und Prozentzahlen, aber hassen Datensätze und Mathematik. In einem Fachartikel erörtert Prof. Holger Wormer die Gründe für diese Beziehung zwischen "love and fear". Der Aufsatz enthält zudem Vorschläge, wie Journalisten und Statistiker zukünftig besser zusammenarbeiten könnten. Dabei widmet sich Kapitel 4 dem Computer Assisted Reporting. (auf Englisch)
 
 
 
Letzte Aktualisierung ( 11.02.2008 )
 
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Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus | Institut für Journalistik | Universität Dortmund